Letztes Feedback

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Time to waste

Es war ein magischer Moment. Die gesamte Familie war versammelt, als er langsam nach vorne ging. Mein lieber kleiner Cousin empfing seine Kommunion, und ich war gerade mitten im Vorhaben gefangen, einzelne Szenen aus diversen Stirb Langsam-Teilen vor meinem geistigen Auge vorbeiziehen zu lassen. Naja, bis auf Stirb Langsam 2, aber den vermisst sicher keiner.

Spätestens da wurde mir klar, dass ich inzwischen sowohl viel mehr als auch viel weniger Zeit sinnlos verbringe, als mir lieb ist. Erstaunlicher Weise schafft es das zweite Semester, mich gefühlte 5 Tage die Woche von 8 bis 18 Uhr an der Uni zu halten. Wenigstens gibt es das namensgebende Mandarinenemotionsforschungsseminar nicht mehr, aber das ist im Vergleich nur ein schwacher Trost.
Ein Paradebeispiel dafür, dass ich im Moment wohl zu viel Zeit habe, ist die Tatsache, dass dieser Blog wenigstens ein Mal nüchtern und tagsüber verfasst wird. Ernüchternd, irgendwie.
Zu wenig Zeit äußert sich zumindest als Konsequenz meiner Faulheit. Die Arbeit stapelt sich auf dem Schreibtisch neben meinem brandneuen Samsung-Flatscreen, der mit Videospielen einfach viel besser aussieht als mit dem Word-Formeleditor.

Allerdings hat sich aus diesem Gleichgewicht aus Langeweile und zu viel Stress auch etwas ganz hervorragendes gebildet. Nach dem Stress, um 8 Uhr morgens für eine reizlose Vorlesung in Darmstadt zu sitzen, um mich dann dort zu langweilen, kam mir der ultimative Gedanke: Pinguine zu zeichnen, die an typisch psychologischen Krankheiten leiden. Ja, genau.
Aber dazu sollte ich nicht zu viel verraten, ich will sie ja noch in Küchenmagnetform an allen psychologischen Instituten der Welt verkaufen. Hm... aber um weiterzuzeichnen muss ich meinen Schreibtisch aufräumen.
Ich denke, ich geh erstmal Stirb langsam schauen.

 

So long.

1 Kommentar 5.5.09 13:51, kommentieren

Werbung


That one moment

Merkwürdig, dass ich immer gerade in Clubs so überaus selbstreflektierende Momente habe. Der Türsteher fragte mich gerade, ob das dann alle meine Freunde seien oder ob noch jemand nachkäme, ich sah mich um und fragte mich: „Wer sind diese Leute?“

Selbstverständlich verleugnet die obige Aussage viele der eigentlich ernsthaften Kontakte zu manchen Menschen, die an besagtem Abend in besagter Schlange standen. Sie verschleiert auch die überschäumende Wut auf einige andere Partygäste. Was definiert also Freundschaft?
Ich glaube, ich belasse es heute bei dieser kurzen Anekdote und beschäftige die Phantasie meiner Leser.

8.3.09 03:26, kommentieren

Happy new year!

10 Tage im neuen Jahr. Irgendwie ein trauriger Gedanke, die eigene Untätigkeit reflektierend. Neben dem Job, während dem ich mit einem guten Freund am uni-eigenen Institut gute 5000 Schränke über 10000 Stockwerke verschob, nachdem wir uns auf das Aufbauen und Installieren eines (1!) PC-Pools beworben hatten, hatte das Jahr bisher nicht viel zu bieten. Gut, was erwartet man in 240 Stunden?

Vielleicht ein gutes Date, eine klasse Frau, die einen wieder mal in das absolute Gegenteil der eigenen Vorsätze verfallen lässt. Und ich war heute wieder nicht trainieren. 2 zu 0 gegen die neuen Vorsätze. Dafür habe ich heute das erste Mal meine Freunde von Party A nach B kutschiert, ein Versprechen, das ich vor dem Erhalt meines Führerscheins abgegeben hatte. Zum Ausgleich schreibe ich diesen Blog trotzdem wieder in den frühen Morgenstunden nach einer letztendlich doch alkoholreichen Nacht.
Was habe ich in 240 Stunden definitiv nicht erwartet?
Dass ich ein weiteres Mal zwischen den Optionen des Umzugs und des Auslandssemesters schwanke, nachdem sich mir durch den oben erwähnten Uni-job eine Möglichkeit in England eröffnet hat.


Im Endeffekt scheint alles um Beständigkeit zu gehen. Die besten Vorsätze, Ideen, Freundschaften, alles muss eine gewisse Zeit überdauern, bevor es etwas gilt. Das führt mich, beständig weitergedacht, entweder in Resignation oder fast schon paranoides Fortführen noch so schwachsinniger Vorhaben. Dazu gibt es ein recht passendes Zitat:

„Konsequenz ist, auch Holzwege zu Ende zu gehen.“

Dementsprechend wird der Endstand des Matches Vorsätze gegen Innerer Schweinehund wohl ein anderes Mal entschieden.

1 Kommentar 10.1.09 06:46, kommentieren

What am I leaving?

Eine dieser Fragen, die man sich auf gar keinen Fall um 5:32 Uhr morgens stellen sollte, während man allein in der Straßenbahn auf dem Heimweg aus Offenbach ist. Was hinterlasse ich jetzt? Eine hoffentlich angenehme Erinnerung in den Köpfen meiner Kommilitonen, die mit mir unsere erste Klausur zelebriert haben. Eine vermutlich unangenehme Erinnerung im Kopf der Zwergenfrau, die den kompletten Abend über versucht hat, Tim und Timm anzutanzen. Fehlgeschlagen, ungefähr so wie die Idee eines Blogs, der WIRKLICH etwas bedeutet.
Wieder mal ist einer meiner häufigsten Gedanken Kaffee. Vielleicht sollte ich diesen Blog einfach mal tagsüber verfassen. Dann fielen mir auch die angenehmeren Dinge des Lebens auf, wie die Rush Hour wenige Meter vor meiner Haustür, oder die Finanzkrise. Während ich hier gerade in der Straßenbahn sitze merke ich nur wenig davon. Dafür merke ich andere Dinge. Den Geruch von Urin und das skurril anmutende Gefühl des Alleinseins in der für 5 Uhr morgens merkwürdig vollen Bahn beispielsweise.

Das MTW ist einer dieser Clubs, die den Abend über reifen. Wie Kinder, man darf sich nicht von den ersten Eltern- respektive kundschaftabhängigen Minuten ein Urteil bilden, sondern muss warten, bis die Kinder einem den Florida-Urlaub bezahlen können.
Der Weg dorthin ist ungefähr die Phase meines Psychologie-Studiums. Am Ende davon lag für mich das Highlight des Abends, ein Linkin Park-Song in einem Club. Grüße an Katrin an dieser Stelle, ich glaube, niemand sonst hat den Song zu würdigen gewusst.
Was bleibt, als ich an der Station ankomme, an der ich aussteigen muss, ist eine komplett leere Bahn. Niemand vor oder hinter mir, keine Autos auf der Straße, und der Fahrer der Straßenbahn müsste seinen Lebenssinn in diesem Moment eigentlich auch hinterfragen. Aber ich glaube, da fordere ich wieder zu viel. Ein idyllisches Bild auf jeden Fall.

So long.

1 Kommentar 18.12.08 06:55, kommentieren

Columns

Heute Abend habe ich zumindest einen Kampf gewonnen. Den Kampf Geistige Kreativität vs. Innerer Schweinehund (Fliegengewichtsklasse). Des Öfteren habe ich mir bereits vorgenommen, eine Art Blog zu führen. Mindestens einmal ist das spätestens an der Umsetzung gescheitert, Paradebeispiel: Der Blog, der zum Ziel hatte, den Ibiza-Urlaub 2008 zu dokumentieren. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Ich kann meinen eigenen Gedankengängen wieder mal nicht folgen, wenn ich mir überlege, warum dieser Haufen literarischer Undankbarkeit an die Harry-Potter-Generation überhaupt lesenswert erscheinen sollte. Aber wie ich in ungefähr 12 Stunden im wissenschaftlich sicher irgendwie wertvollen Seminar „Soziale Kompetenzen“ lernen werde, muss ich als angehender Psychologe meine Empfindungen besser beschreiben lernen. In besagtem Seminar geschieht das, wenn ich meinen Kommilitonen glauben darf, auf folgende Art: Man nehme eine Mandarine, reibe sie in seinem Gesicht und verzehre sie daraufhin auf möglichst intensive Weise, um im Anschluss die Empfindungen zu dokumentieren, die einen beim Schmatzen der Mandarine durchschossen. Dieser Blog wird wohl in die Geschichte eingehen als „Tims Mandarine“.

 

Wenn ich mich weiterführend mit der Frage beschäftige, warum ich jetzt auf einmal einen Blog verfassen will, drängt sich mir kein Grund, sondern eine Gegenursache auf: Es gibt sonst nichts zu tun. Sicherlich nicht der ehrenhafteste Ansatz, ein großes Stück Literaturgeschichte zu verfassen, dennoch werden mir die meisten Leser der guten alten Schullektüre „Effi Briest“ zustimmen, dass auch andere Autoren diesem Instinkt gefolgt sein müssen. Ok, mal weniger originell: was David Duchovny kann, kann ich besser, und Etienne Garde ist mein Gott.
Desweiteren muss ich zugeben, der Wunsch, der Nachwelt etwas mehr zu hinterlassen, als diese eingesessene Couch, spielt auch eine nicht untergeordnete Rolle. Nachdem der Versuch, sich als extrem poetischer Rapper einen Namen zu machen, nicht geklappt hat, ist das hier vielleicht einfach der nächste Schritt. Ist die Erfindung des Rap also die Ursache, dass du jetzt, Jahrzehnte später, diesen Text liest? Uh, Kausalität. Gänsehaut. Jetzt sind also Rap weggefallen, Kendo, die Schule, der Nebenjob. Es lässt sich also zusammenfassen: Es gibt sonst wirklich nichts zu tun. Der letzte der immer gleichen Actionfilme mit Jason Stratham und Autos ist gesehen und die einzige Aussicht auf den Morgen ist Kaffee und die Selbstfindung durch das Reiben an einer Mandarine.

So long.

1 Kommentar 16.12.08 01:32, kommentieren