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Heute Abend habe ich zumindest einen Kampf gewonnen. Den Kampf Geistige Kreativität vs. Innerer Schweinehund (Fliegengewichtsklasse). Des Öfteren habe ich mir bereits vorgenommen, eine Art Blog zu führen. Mindestens einmal ist das spätestens an der Umsetzung gescheitert, Paradebeispiel: Der Blog, der zum Ziel hatte, den Ibiza-Urlaub 2008 zu dokumentieren. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Ich kann meinen eigenen Gedankengängen wieder mal nicht folgen, wenn ich mir überlege, warum dieser Haufen literarischer Undankbarkeit an die Harry-Potter-Generation überhaupt lesenswert erscheinen sollte. Aber wie ich in ungefähr 12 Stunden im wissenschaftlich sicher irgendwie wertvollen Seminar „Soziale Kompetenzen“ lernen werde, muss ich als angehender Psychologe meine Empfindungen besser beschreiben lernen. In besagtem Seminar geschieht das, wenn ich meinen Kommilitonen glauben darf, auf folgende Art: Man nehme eine Mandarine, reibe sie in seinem Gesicht und verzehre sie daraufhin auf möglichst intensive Weise, um im Anschluss die Empfindungen zu dokumentieren, die einen beim Schmatzen der Mandarine durchschossen. Dieser Blog wird wohl in die Geschichte eingehen als „Tims Mandarine“.

 

Wenn ich mich weiterführend mit der Frage beschäftige, warum ich jetzt auf einmal einen Blog verfassen will, drängt sich mir kein Grund, sondern eine Gegenursache auf: Es gibt sonst nichts zu tun. Sicherlich nicht der ehrenhafteste Ansatz, ein großes Stück Literaturgeschichte zu verfassen, dennoch werden mir die meisten Leser der guten alten Schullektüre „Effi Briest“ zustimmen, dass auch andere Autoren diesem Instinkt gefolgt sein müssen. Ok, mal weniger originell: was David Duchovny kann, kann ich besser, und Etienne Garde ist mein Gott.
Desweiteren muss ich zugeben, der Wunsch, der Nachwelt etwas mehr zu hinterlassen, als diese eingesessene Couch, spielt auch eine nicht untergeordnete Rolle. Nachdem der Versuch, sich als extrem poetischer Rapper einen Namen zu machen, nicht geklappt hat, ist das hier vielleicht einfach der nächste Schritt. Ist die Erfindung des Rap also die Ursache, dass du jetzt, Jahrzehnte später, diesen Text liest? Uh, Kausalität. Gänsehaut. Jetzt sind also Rap weggefallen, Kendo, die Schule, der Nebenjob. Es lässt sich also zusammenfassen: Es gibt sonst wirklich nichts zu tun. Der letzte der immer gleichen Actionfilme mit Jason Stratham und Autos ist gesehen und die einzige Aussicht auf den Morgen ist Kaffee und die Selbstfindung durch das Reiben an einer Mandarine.

So long.

1 Kommentar 16.12.08 01:32, kommentieren



What am I leaving?

Eine dieser Fragen, die man sich auf gar keinen Fall um 5:32 Uhr morgens stellen sollte, während man allein in der Straßenbahn auf dem Heimweg aus Offenbach ist. Was hinterlasse ich jetzt? Eine hoffentlich angenehme Erinnerung in den Köpfen meiner Kommilitonen, die mit mir unsere erste Klausur zelebriert haben. Eine vermutlich unangenehme Erinnerung im Kopf der Zwergenfrau, die den kompletten Abend über versucht hat, Tim und Timm anzutanzen. Fehlgeschlagen, ungefähr so wie die Idee eines Blogs, der WIRKLICH etwas bedeutet.
Wieder mal ist einer meiner häufigsten Gedanken Kaffee. Vielleicht sollte ich diesen Blog einfach mal tagsüber verfassen. Dann fielen mir auch die angenehmeren Dinge des Lebens auf, wie die Rush Hour wenige Meter vor meiner Haustür, oder die Finanzkrise. Während ich hier gerade in der Straßenbahn sitze merke ich nur wenig davon. Dafür merke ich andere Dinge. Den Geruch von Urin und das skurril anmutende Gefühl des Alleinseins in der für 5 Uhr morgens merkwürdig vollen Bahn beispielsweise.

Das MTW ist einer dieser Clubs, die den Abend über reifen. Wie Kinder, man darf sich nicht von den ersten Eltern- respektive kundschaftabhängigen Minuten ein Urteil bilden, sondern muss warten, bis die Kinder einem den Florida-Urlaub bezahlen können.
Der Weg dorthin ist ungefähr die Phase meines Psychologie-Studiums. Am Ende davon lag für mich das Highlight des Abends, ein Linkin Park-Song in einem Club. Grüße an Katrin an dieser Stelle, ich glaube, niemand sonst hat den Song zu würdigen gewusst.
Was bleibt, als ich an der Station ankomme, an der ich aussteigen muss, ist eine komplett leere Bahn. Niemand vor oder hinter mir, keine Autos auf der Straße, und der Fahrer der Straßenbahn müsste seinen Lebenssinn in diesem Moment eigentlich auch hinterfragen. Aber ich glaube, da fordere ich wieder zu viel. Ein idyllisches Bild auf jeden Fall.

So long.

1 Kommentar 18.12.08 06:55, kommentieren